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Biotop: Tiere im Postsiedlungs-Biotop (Teil 8) – Die großen blauschwarzen Hautflügler

von Harald Rühl: Zu den beeindruckenden Wildbienen in unserem Biotop gehört die Große Blaue Holzbiene. Mit bis zu 3 cm Körperlänge gehört sie zu den größten Vertretern der Bienen in Mitteleuropa.

Ihren Namen verdankt die Biene ihrer Angewohnheit, kleine Höhlen in morsches Holz zu bohren, in denen sie ihre Brut aufzieht. Ihre Kauwerkzeuge sind so kräftig, dass die dabei Sägemehl produziert.

Neben dem metallisch glänzenden Panzer weisen die Flügel der Biene einen blauen Schimmer auf.

Die Biene, die früher nur an wärmebegünstigten Orten in Südwestdeutschland stellenweise gesichtet werden konnte, ist mittlerweile in Südhessen sehr verbreitet. Seit einigen Jahren breitet sie sich aufgrund der Klimaerwärmung immer weiter nach Norden aus.

Man findet sie vor allem an Schmetterlings-, Korb- und Lippenblütlern. In Darmstadt konnte die Biene im letzten Sommer vor allem an Lavendelblüten und am Blauregen in großer Anzahl gesichtet werden. In unserem Biotop taucht sie allerdings nur vereinzelt auf.

Für den dicken Brummer ist der Bestand von Totholz wichtig. Totholz ist kein unnützes Holz, das beseitigt werden muss, sondern stellt einen ökologisch wertvollen Lebensraum dar.

Die Große Blaue Holzbiene ist in der Lage zu stechen, verhält sich gegenüber den Menschen aber nicht aggressiv.

Der Stahlblaue Grillenjäger

Der bis zu 2 cm lange Stahlblaue Grillenjäger verdankt seinem Namen einerseits dem auffälligen Blauschimmer seiner Flügel, wenn seitlich Licht darauf fällt, andererseits der Lieblingsbeute, also Grillen oder andere Schrecken.

Die ursprüngliche Heimat dieser schlanken Grabwespe sind Mittel- und Nordamerika. Die Art wurde in den 60er Jahren nach Südfrankreich eingeschleppt und hat sich von hier aus über große Teile Südeuropas ausgebreitet. In Deutschland wurde diese wärmeliebende Art erstmals 1997 in Baden-Württemberg nachgewiesen und hat sich danach stark verbreitet. Aufgrund des Klimawandels kann die Art immer weiter nach Norden wandern und tritt stellenweise recht häufig auf, wie  auch in unserem Biotop.

Ihre eigentümlichen Nester legt diese Grabwespe in verschiedene passende oberirdische Hohlräume an, natürlich oder künstlich. Sie legt darin bis zu sechs Brutzellen an,die mit zerkleinerten Grashalmen abgetrennt werden. Die Weibchen erbeuten freilebende Grillen, z.B. Weinhähnchen oder andere Langfühlerschrecken, die in den Hohlräumen gelagert werden und als Larvennahrung dienen.

Die Postsiedlung – Biodiversität findet Stadt.