Gelungene Nachbarschaftsaktion: Unsere Totholzhecke fürs Biotop

Gelungene Nachbarschaftsaktion: Unsere Totholzhecke fürs Biotop

Das war mal einmal mehr ganz großes Kino: Bei der heutigen Nachbarschaftsaktion für unser kommendes Biotop Oppenheimer Straße in der Postsiedlung sprengten viele engagierte Bewohnerinnen und Bewohner den aufgestellten Zeitplan. Hatten wir vorab noch überlegt, ob wir die Nachbarn vom Technischen Hilfswerk (THW) um einen Flutlichtmasten anfragen, damit wir notfalls auch im Dunkeln weiterarbeiten könnten, wurde heute richtig rangeklotzt.

Trotz Krankheitswelle im Verein (Gute Besserung an alle Grippefälle!) waren über zwanzig tatkräftige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Punkt 11 Uhr ging es mit einer kleinen Einführung von Dr. Eva Distler zum Thema Totholzhecke los, dann schritten wir zur Tat und brachten das vom Gartenbauunternehmen Immo Herbst mit Motorsäge perfekt vorbereitete Geäst und Baumstämme sorgsam in die 40 Meter lange Hecke ein.

Diese war zuvor mit eingetriebenen Baumstämmen so vorbereitet worden, dass die Hecke später stabil und sicher steht, niemand gefährdet wird.

Schon nach grandiosen zwei Stunden waren wir fertig und konnten sogar noch etliche Kletterpflanzen eingraben, die später die Hecke zusätzlich bereichern sollen.

Genau der richtige Zeitpunkt für ein leckeres veganes Mittagessen, für das ein Team von Ines, Sandra, Tine und Bianca am Vormittag gesorgt hatte. Somit war die geplante Mittagspause schon der erfolgreiche Abschluss der Aktion, die unser kommendes Biotop ein großes Stück weiter gebracht hat. Nun geht es die nächsten beiden Wochen mit den Arbeiten der Landschaftsbaufirma Immo Herbst weiter.

Die nächste Nachbarschaftsaktion im Biotop steht hingegen schon fest: Am Samstag, 14. März 2020 werden wir in einer größeren Aktion Bio-Stauden anpflanzen.

Benjeshecken oder Totholz­hecken sind Hecken, die durch linienhafte, lockere Ablagerungen von hauptsächlich dünnerem Gehölzschnitt, wie Ästen und Zweigen, durch Samenanflug oder Initialpflanzungen entstehen. Hermann Benjes beschrieb dieses Vorgehen Ende der 1980er Jahre. Benjeshecken bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung, so dass diese mit ihrem Kot oder ihren Nahrungsdepots das Aussamen von Gehölzen beschleunigen sollen.

Das Prinzip der Benjeshecke besteht darin, Hecken nicht durch Neuanpflanzung, sondern durch Windanflug und durch Samen aus dem Kot rastender Vögel aufbauen zu lassen. Dazu wird Gehölzschnitt (Äste, Zweige, Reisig) durcheinander, als Haufen oder in Streifen, als Wall locker gestapelt oder besser einfach abgekippt, was wiederum dem Schutz der heranwachsenden Pflanzen dient. Die Vorteile einer solchen Anlage bestehen zum einen in ihren günstigen Herstellungskosten, da nicht Pflanzen, sondern „Saatgut“ auf natürliche Weise bzw. autochthon eingebracht wird und Schnittholz oft als „Abfall“ vorhanden ist. Darüber hinaus bietet das locker gelagerte Totholz unmittelbar Lebensraum für zahlreiche Vogelarten (hauptsächlich Heckenbrüter), Kleinsäuger und Insekten.

Vielen Dank an ALLE die heute so engagiert an Bord waren!

Die Postsiedlung – Solidarität findet Stadt.

(alle Fotos: Bastian Ripper)