Corona: Wocheneinkauf, warmes Mittagessen & gutes für die Seele – große Resonanz auf solidarische Krisenhilfe

Corona: Wocheneinkauf, warmes Mittagessen & gutes für die Seele – große Resonanz auf solidarische Krisenhilfe

Kennen sie das Gefühl, wenn man vor lauter Freude und Glück einen „Gänsehaut“-Moment erlebt? Die vielen ehrenamtlich Aktiven des solidarischen Corona-Krisenhilfe-Projekts von Zusammen in der Postsiedlung e.V. erleben dies mitunter in diesen Tagen.

Unsere großangelegte Flyer-Aktion im Quartier hat ihr Ziel mehr als erreicht: Unsere 24 Stunden erreichbare Telefon- und E-Mail-Hotline garantiert eine schnelle Reaktion. Alle Kontaktaufnahmen werden von einer psychosozialen Fachkraft zurückgerufen, der im gemeinsamen Gespräch die aktuelle Situation des Hilfesuchenden klärt. Wird nur der Einkauf benötigt? Oder gibt es weitergehende Unterstützungswünsche, wie beispielsweise ein dringender Arztbesuch? Gibt es den Wunsch nach einem längeren Telefonat, um über die aktuell schwierige Situation sprechen zu können?

Wir haben auf alle diese Anliegen eine verlässliche Antwort und sorgen auch bei finanziellen Sorgen oder weitergehenden Bedarfen für Kommunikation auf Augenhöhe: Nachbarn helfen Nachbarn. Schnell. Unkompliziert. Ohne Antrag oder Formulare. Stets kostenfrei. Immer solidarisch.

Gerne geben wir Ihnen einen kleinen, anonymisierten Einblick in unsere Arbeit der letzten Tage und Woche:

Aktuell unterstützen wir auf vielfältige Art und Weise 11 Haushalte (12. und 13. in Anbahnung) in und um die Postsiedlung (siehe Karte) in denen SeniorInnen oder chronisch kranke Menschen leben.

Unser Quartier in und um die Postsiedlung: Hier leben über 7000 Menschen.

Da ist die 90jährige, 87jährige oder 79jährige alleinstehende Seniorin im Quartier. Alle leben hier seit vielen Jahrzehnten und kommen in ihren Wohnungen gut zurecht. In der jetzigen Pandemie-Krise nehmen sie aber gerne die Einkaufshilfe an, um sich keiner Gefahr auszusetzen. Eine der Damen schildert eindrücklich ihren vergeblichen „Kampf“ um eine Packung Toilettenpapier vor einer Woche. Sie hatte trotz großer Bemühungen keine „ergattern“ können. Selbstredend halfen wir mit einer großen Packung aus unserem Quartierladen und erledigten zur großen Zufriedenheit auch alle weiteren Einkäufe und Sonderwünsche.

Da ist der alleinstehende und chronisch kranke Herr aus dem Quartier. Er hat sich sein Leben in den letzten Jahren so eingerichtet, dass er unter der Woche täglich sein wames Essen in der nahegelegenen Mensa der Hochschule Darmstadt einnimmt. Eine Küche hat er in seiner knapp 30 Quadratmeter großen Wohnung gar nicht eingebaut. Jetzt ist die Mensa zu, Alternativen sind auch finanziell schwierig zu finden. Jetzt wochenlang nur Käsebrot? Mitglieder unseres Vereins mussten nicht lange überlegen: Bis zum Ende der Krise bekommt er täglich ein frisch gekochtes Mittagessen kostenfrei vorbeigebracht.

Da sind mehrere Personen in Sozialtransferbezügen. Eine von ihnen ist alleinstehend, chronisch krank und zusätzlich gerade richtig schwer erkältet. Das führt zu größeren Mehrausgaben, u.a. waren vor einigen Tagen Rezeptgebühren von 13,- Euro zu zahlen, sonst hätte die Apotheke die dringend benötigten Medikamente nicht geliefert. Wir halfen sofort mit einer Zuwendung von 20,- Euro und bezahlten auch den notwendigen Einkauf am nächsten Tag aus Spendenmitteln des Vereins. Jetzt ist das Leben bis Ende März gesichert, dann kommt die monatliche Erwerbsminderungsrente wieder auf das Konto.

Eine tolle Unterstützung ist auch Mustafa Kocahal, Inhaber der Gaststätte Lappings und ein großartig solidarischer Mensch. Das Lappings und unser Verein haben in einer Kooperation vereinbart, dass das Lappings auf unseren Hinweis hilfebedürftige Menschen aus dem Quartier in dieser Krise mit leckerem Essen beliefert. Im Fall der oben genannten Dame stellte sich Mustafa Kocahal am Sonntag an den Herd und zauberte mit Linsen-Frikadellen und einer reichhaltigen Salatbeilage ein leckeres Gericht, dass er persönlich und kostenfrei vorbeibrachte. Wir meinen: Solche Aktionen tun der Seele gut – genau das brauchen wir in dieser Krise!

Das Lappings-Team (2. von rechts: Inhaber Mustafa Kocahal)

https://de-de.facebook.com/lappings.de/

Auch in weiteren Fällen konnten wir mit einer kleinen finanziellen Zuwendung aus der Krise helfen und Menschen unterstützen, zumindestens eine Sorge weniger zu haben.

Explizit wichtig ist uns auch die Erfüllung von Sonderwünschen, weil wir selbst persönlich genau wissen, dass es gerade in krisenhaften Momenten wichtig ist, dass beispielsweise Coca-Cola ZERO (und eben kein Ersatzprodukt) in großen Mengen an Bord ist. Daher besorgten wir in diesem Fall auch gerne über 20 Liter davon.

Die menschlichen Begegnungen, die uns seit Beginn dieses Projektes zu teil werden, können nur mit einem Wort beschrieben werden: Großartig!

So viele wunderbare und solidarische Menschen in unserem Quartier, was ein Schatz! Schon jetzt steht fest: Wenn die Pandemie vorbei ist, werden Hilfesuchende und Helfer alle gemeinsam ein großes Fest feiern!

Denn eins steht fest:

Die Postsiedlung – Solidarität findet Stadt.