Biotop Postsiedlung: Jetzt geht es los –  Mitmachen am 18. Januar 2020, 11:00 Uhr!

Biotop Postsiedlung: Jetzt geht es los – Mitmachen am 18. Januar 2020, 11:00 Uhr!

Die Gestaltung des kommenden Biotops Oppenheimer Straße in der Postsiedlung steht in den Startlöchern. Nachdem wir 2018 über die Schaffung des Biotops verhandelt und im Sommer 2019 den Kooperationsvertrag zwischen der Bauverein AG und unserem Quartierverein geschlossen haben, stand das zweite Halbjahr 2019 unter der Überschrift der engagierten ökologischen Fachplanung unter Leitung von Dr. Eva Distler.

Herausgekommen ist ein wunderbares Umsetzungskonzept. Daher soll das Jahr 2020 nun im Zeichen der konkreten Umsetzung des Konzeptes und vieler unserer Ideen stehen. Da viele Nachbarn schon gefragt haben „Ist das jetzt etwa schon das Biotop?“, sagen wir: „Potzblitz, schaut mal was da jetzt alles kommt!“

Die ersten Vorzeichen wurden schon gesetzt. Durch den Beginn der Abrissarbeiten in der oberen Postsiedlung für den Bau der neuen Bauverein-Häuser, konnten wir große Teile des dort anfallenden Grünschnitts und (leider) gefällter Bäume auf die künftige Biotop-Fläche überführen. Dort soll damit ein ökologisch wertvoller Totholz-Bereich eingerichtet werden.

Nachschub für das kommende Biotop…

Ganz konkret werden soll es aber am Samstag, 18. Januar 2020 ab 11:00 Uhr auf dem kommenden Biotop-Gelände in der Oppenheimer Str. 7. Unter Anleitung von Dr. Eva Distler werden wir hier eine 40 Meter lange Benjes-Hecke (Totholzhecke) errichten. Die entsprechenden Pfähle werden bereits in den Tagen zuvor von einer Fachfirma gesetzt. Wir suchen hier wieder viele engagierte Nachbarn, die Lust haben diese konkrete Naturschutz-Aktion zu unterstützen!

Benjeshecken oder Totholz­hecken sind Hecken, die durch linienhafte, lockere Ablagerungen von hauptsächlich dünnerem Gehölzschnitt, wie Ästen und Zweigen, durch Samenanflug oder Initialpflanzungen entstehen. Hermann Benjes beschrieb dieses Vorgehen Ende der 1980er Jahre. Benjeshecken bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung, so dass diese mit ihrem Kot oder ihren Nahrungsdepots das Aussamen von Gehölzen beschleunigen sollen.

Das Prinzip der Benjeshecke besteht darin, Hecken nicht durch Neuanpflanzung, sondern durch Windanflug und durch Samen aus dem Kot rastender Vögel aufbauen zu lassen. Dazu wird Gehölzschnitt (Äste, Zweige, Reisig) durcheinander, als Haufen oder in Streifen, als Wall locker gestapelt oder besser einfach abgekippt, was wiederum dem Schutz der heranwachsenden Pflanzen dient. Die Vorteile einer solchen Anlage bestehen zum einen in ihren günstigen Herstellungskosten, da nicht Pflanzen, sondern „Saatgut“ auf natürliche Weise bzw. autochthon eingebracht wird und Schnittholz oft als „Abfall“ vorhanden ist. Darüber hinaus bietet das locker gelagerte Totholz unmittelbar Lebensraum für zahlreiche Vogelarten (hauptsächlich Heckenbrüter), Kleinsäuger und Insekten.

Wir sehen uns am 18.Januar – bis dorthin einen guten Start ins neue Jahr!

Die Postsiedlung – Solidarität findet Stadt.