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Quartier: Schlimmer Dachstuhl-Brand in Wormser Straße offenbart Park-Problematik so klar wie nie…

Bei einem großen Dachstuhlbrand eines Einfamilienhauses in der Wormser Straße, an unser Postsiedlungs-Biotop angrenzend, ist ein Wohnhaus am Freitag in den späten Abendstunden unbewohnbar geworden. Das Wohnhaus, welches nach unbestätigten Angaben vor ungefähr zwei Jahren an einen Immobilienaufkäufer aus Fulda verkauft wurde, wurde aktuell an Studierende vermietet. Nach Angaben von Nachbarn seien diese aber nicht so häufig im Haus. So war das Haus auch am gestrigen Abend nach Angaben der Darmstädter Feuerwehr menschenleer. Es gab somit keine Verletze. Auch die BewohnerInnen der Nachbarhäuser blieben unverletzt. Die Feuerwehr konnte ein Übertreten des vollumfänglichen Dachstuhlbrandes auf Nachbarhäuser verhindern. Neben der Darmstädter Berufsfeuerwehr waren auch Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Darmstadt, der Polizei und Rettungsdienste mit mehr als einem Dutzend Fahrzeugen zugegen.

Blick vom Postsiedlungs-Biotop auf das ehemalige Wohnhaus

Im konkreten Einsatzgeschehen zeigte sich leider einmal mehr, wie gefährlich die beidseitig beparkte Wormser Straße in Notfall- und Rettungssituationen ist. Die schmale Straße wird von vielen AnwohnerInnen stets beidseitig, auch auf den Gehwegen beparkt, so dass schon seit langer Zeit die Gehwege schwerlich nutzbar sind. Menschen mit Kinderwägen, Rollstuhl- oder Rollator-FahrerInnen müssen schon lange die Fahrbahn benutzen, um auf der Straße vorwärts zu kommen.

Bei der Anfahrt der Rettungskräfte am gestrigen Abend führte das dazu, dass durch durchgängig links und rechts parkende Autos nur eine schmale Gasse für die Rettungsfahrzeuge befahrbar war. Da der Rettungswagen des ASB früher als die Einsatzkräfte der Feuerwehr zugegen war, blockierte er unfreiwillig die Anfahrt der Feuerwehr. Der blieb nichts anderes übrig, als rückwärts zur Bessunger Straße zurückzusetzen, um dann über die Oppenheimer und Moltkestraße in die Wormser Straße zu fahren. Dann konnte auch der Rettungswagen zurücksetzen und den Weg freiräumen (es gab ja keine Verletzte). Zwischen den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr und den parkenden Autos war teilweise nur noch 5 cm Platz, so dass die Feuerwehr Stellen suchen musste, um an die seitlichen Materialmagazine ihrer Fahrzeuge zu kommen. Auch die Drehleiter der Berufsfeuerwehr hatte erst einmal große Probleme, den notwendigen Dreh-Radius für das sehr große und schwere Fahrzeug sicherzustellen.

Typisches Gehwegparken in der Wormser Straße

Wir wollen uns gar nicht ausmalen, was ein Brand in einem der mit 6-7 Personen bewohnten Häuser in der Straße, vieleicht mit Schwerverletzten, für die Rettung bedeutet hätte. Durch die geschilderte Flaschenhals-Situation hätte das bedeutet, dass die Verletzten entweder bis zur Bessunger Straße oder Moltkestraße getragen hätten werden müssen oder jeweils aufwändige Rückwärtsfahrten und Rangieren der Feuerwehr und Polizei notwendig gewesen wäre. Eine durch und durch verrückte Situation und auch Stress für die engagierten Rettungskräfte, verursacht durch illegale Parkpraxis einiger AnwohnerInnen!

Viele der Engagierten von Zusammen in der Postsieldung e.V. fühlten sich schlagartig in den verkehrspoltischen, sogenannten „Quartier-Mobil 2“ – Workshop der Wissenschaftsstadt Darmstadt, gemeinsam mit der Frankfurter Goethe-Universität vor einigen Monaten zurückversetzt. Hier stand die Parksituation in der Wormser Straße, zusammen mit dem Kreuzungsbereich Oppenheimer Straße/ Binger Straße mit Abstand als schlimmstes Beispiel für unverantwortliches Gehwegparken und starke Straßenraumverengung am Pranger. Eine politische Auswertung dieses Workshops steht noch aus.

Momentaufnahme vor dem abgebrannten Haus am Samstag Vormittag. Abends ist es hier noch deutlich voller.

Wir finden es grundsätzlich großartig, wie das städtische Mobilitätsamt und der zuständige Dezernent Michael Kolmer die mobilitätspolitischen Debatten in der Stadt mit viel fachlichen Know-How und der Einbindung von Wissenschaft und Forschung anpackt. Auch die dialogorientierte BürgerInnenbeteiligung in dieser Sache ist ein großer Fortschritt.

Der große Brand am gestrigen Abend in der Wormser Straße zeigt aber auch auf, dass die große Tolerenz der Wissenschaftsstadt Darmstadt gegenüber dem illegalen Zuparken ganzer Straßenzüge auch ganz schnell in eine toxische Gefahrensituation führen kann. Eine Gefahrensituation, in der später die Verantwortlichen im Katastropenfall sagen würden, damit hätte ja niemand rechnen können…

Gehwegparken in der Wormser Straße am Samstag Vormittag

Daher haben wir jetzt eine neue Situation: Der gestrige Abend, der allen AnwohnerInnen, zu denen auch wir selbst zählen, gehörig in den Knochen steckt zeigt: Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist aufgefordert, die illegalen Parkpraktiken in der Wormser Straße unmittelbar zu unterbinden. Hierfür braucht es keine BürgerInnenbeteiligung. Die Gefahrenabwehr ist ureigene Aufgabe einer Kommune und ist undiskutierbar. Punkt.

Wir bleiben dran und werden weiter hierüber berichten.

Die Postsiedlung – Solidarität findet Stadt.

Anmerkung: Wir verzichten grundsätzlich auf die Publikation von Bildern des brennenden Hauses, auch wenn uns x-fach Bilder hierzu angeboten wurden. Wir überlassen dieses Segment den Boulevard-Medien BILD-Zeitung, Facebook und Twitter.

Die Postsiedlung – Solidarität findet Stadt.