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Soziale Hilfe: Wir sind hier nicht im Zoo – unsere inklusiven Hilfen sind vertraulich und verschwiegen

„Macht ihr eigentlich noch soziale Hilfen im Quartier?“, wurden wir unlängst gefragt. Die eindeutige Antwort: Na klar, wir haben damit zu keinem Zeitpunkt aufgehört oder den Umfang reduziert. Allerdings hat uns die Frage auch nachdenklich gemacht. Wir gewähren in diesem Blog einen lebendigen Einblick in unsere solidarische Nachbarschaftshilfe im Quartier in und um die Postsiedlung. Erzählen viele Geschichten unserer unterschiedlichen Projekte des Vereins. Das nährt natürlich den Eindruck, dass grundsätzlich ALLES was unsere Aktiven tun, was sie bewegt und beschäftigt, hier seinen Niederschlag findet.

Daher ist es vielleicht einmal ganz gut, es an dieser Stelle ganz offen und klar zu sagen: Nein, selbstverständlich berichten wir auf diesem Blog nicht über alle unsere Aktivitäten. Solidarische Unterstützung lebt nämlich auch davon, dass die Nachbarinnen und Nachbarn, die wir unterstützen, darauf vertrauen können: Unsere Verschwiegenheit.

Eine weitere elementare Haltung unserer Arbeit ist, dass wir die zahlreichen Menschen mit Handicap, die bei uns selbstverständlich in den unterschiedlichen Projekten mitwirken und mitgestalten, nicht zur Schau stellen. Wir sind hier nicht im Zoo!

Allerdings: Auch wir müssen immer wieder Anträge bei GeldgeberInnen oder SponsorInnen stellen, beteiligen uns bei Wettbewerben. Obwohl dort überall von der Förderung von inklusiven Gemeinwesen die Rede ist, müssen wir nahezu immer unter Beweis stellen, dass bei uns Menschen mit psychischer, körperlicher oder geistiger Behinderung mitwirken. Daher ertappen wir uns immer wieder dabei, dass wir in unseren Blog-Beiträgen dezidiert auf die Teilnahme von Menschen mit Behinderung hinweisen. So, als wir müssten wir permanent unter Beweis stellen, dass bei uns wirklich alle mitmachen können. Das ist doch ein bißchen verrückt, oder?

Um das vorhandene Interesse über unsere sozialen Hilfen zu befriedigen (ohne dabei einzelne Personen zu nennen): Unsere Aktiven beschäftigt aktuell die Tatsache, dass wir mittlerweile zu vielen Menschen im Quartier Kontakt aufgebaut haben, die an wirklich heftigen Erkrankungen leiden. Erkrankungen, von deren Existenz wir teilweise noch gar nicht wussten, die aber dramatische Auswirkungen auf das Leben mit sich bringen. Hier können wir mit unserer Hilfe viel Gutes bewirken.

Das macht uns durchaus auch demütig. Wir merken an dieser Stelle intensiv, wie gut es uns geht. Und spüren: Wie wichtig solidarische Nachbarschaftshilfe ist. Daher möchten wir diese perspektivisch noch ausbauen und intensivieren.

Wir werden weiter angemessen darüber berichten.

Die Postsiedlung – Solidarität findet Stadt.