Der engagierte Verein „ProAkaziengarten e.V.“ bei uns im Quartier macht nach erfolgreicher Recherche auf einen Skandal aufmerksam, der eigentlich ein erklassiger Beitrag für eine Satire-Fernsehsendung wäre – wenn es durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien des Landes Hessen (LBIH) nicht tatsächlich so passiert wäre. Alleine der Umstand, dass dies so passieren kann, sagt sehr viel über das sogenannte „Engagement“ des LBIH für den historischen Akaziengarten aus. Daher schließt sich Zusammen in der Postsiedlung e.V. den Forderungen von ProAkaziengarten e.V. an und lässt darüber hinaus seine alte Forderung, dem LBIH endlich die Zuständigkeit für den Akaziengarten zu entziehen, wieder aufleben:
Der historische Park benötigt fachliche Kompetenz, langen Atem im Wiederaufbau und Menschen mit Herzblut im Engagement hierfür!
Aber der Reihe nach:
Gießt den nicht Zusammen in der Postsiedlung e.V. die Bäume im Park? Ja, das tun Aktive unseres Vereins bereits seit mehreren Jahren mit hohen Engagement jeweils über 5-6 Monate im Frühling und Sommer. Allerdings muss sich dieses Engagement im mehrere tausend Quadratmeter großen Park auf die Flächen beschränken, in denen wir zusammen mit ProAkaziengarten e.V. in einer nachbarschaftlichen Wiederaufforstungsaktion vor einigen Jahren die Zukunft des Parks gepflanzt haben. Zu erkennen sind diese 5 Flächen im Park durch die kleinen Holzzäunchen. Dort sind wir mit unseren Gießteams unterwegs. Den Trockensommer 2026 haben wir gut bewältigt. Soweit so gut.

In den von ProAkaziengarten e.V. genannten Bäumen geht es um eine ganze Reihe von Bestandsbäumen, die für die Biodiversität des Parks eine besonders wertvolle Funktion haben. Für diese ca. 130 Bäume wurde in den gemeinsamen Dialog-Gesprächen zwischen LBIH, dem Hessischen Rechnungshof, ProAkaziengarten e.V. und Zusammen in der Postsiedlung e.V. eine Bewässerung durch ein so bezeichnetes „professionelles“ Gartenbauunternehmen beauftragt, die mit einem Tanklaster mit 5000 Liter an Bord vorbeifahren und jeden Baum mit jeweils 150 Liter pro Wässergang für Jungbäume und 300 Liter pro Wässergang für Alt- und historisch wertvolle Maulbeerbäume gießen. Das hat in den letzten Jahren in dieser Art und Weise einigermaßen funktioniert.

Da man im LBIH anscheinend große Teile seiner Arbeitszeit in Bastelarbeiten rund um „Optimierungen“ von Ausschreibungstexten verwendet und dies anscheinend von Personen getätigt wird, die anscheinend völlig losgelöst von fachlicher Kompetenz sind, ist in diesem historischen Hitzesommer die Katastrophe für die betroffenen Bäume eingetreten:
ProAkaziengarten e.V. bringt es auf den Punkt: „Während der professionellen Bewässerungsfirma der vergangenen Jahren klar war, dass damit nur jeweils die Menge pro Baum gemeint sein kann, wurden diese Mengen nun als Gesamtmenge pro Wässergang für alle Bäume beauftragt, woraus die winzigen Mengen pro Einzelbaum resultieren. Wir können dies nicht nachvollziehen, denn selbst ohne gärtnerische Vorbildung sollte der Verwaltung klar sein, dass eine solche Bewässerung überhaupt nichts bringt.“ (Quelle: https://www.proakaziengarten.de/news)
Noch einmal als Zusammenfassung: Anstelle der ausgebrachten Wassermengen der Vorjahre von 150 – 300 Litern Wasser pro Baum und Wässergang an 130 ausgewählten Bäumen, wurden die Bäume diesmal mit 3 – 15 Litern pro Baum „bewässert“. Eine halbe bis eineinhalb Gießkannen.

Das angeblich fachkundige Gartenbauunternehmen muss sich die Frage gefallen lassen, warum es solch einen offensichtlichen Quatsch nicht an das LBIH zurückmeldet? Oder würde die angeblich versierte Fachfima die Bäume auch mit Grohe-Bier gießen, wenn das auf irgendeinem Fetzen Papier stehen würde? Ist man nicht in der Lage, offensichtliche Fehler an den Auftraggeber zu melden?
Das LBIH muss sich – angesichts der großflächigen Schäden die nun eingetreten sind – fragen lassen, ob es in den internen Verwaltungsabläufen auch nur einen Hauch von kritischem Reflexionsvermögen gibt? Das da Sachbearbeiter eindeutig und klar kommunizieren und auch mal innehalten und sich fragen: Machen wir da gerade eigentlich fachlichen Unsinn?
Die klare Antwort. Nein. Denn als Reaktion auf die Kritik von ProAkaziengarten e.V. verdoppelt der LBIH lediglich das Wässerintervall der vollständig sinnlosen 3 – 15 Litern pro Baum-Bewässerung. Motto: Jetzt nur nicht zugeben, dass hier ein XXL-Fehler gemacht wurde.
Zum Schaden der Bäume. Zum Schaden des Parks. Zum Schaden aller Nachbarinnen und Nachbarn, die den historischen Akaziengarten gerne als Ruhe- und Erholungsort nutzen.
Das LBIH und der historische Akazienpark – ein weiterer Akt des Scheiterns.
Wann entzieht man der Behörde endlich die Zuständigkeit hierfür?
Die Postsiedlung – Solidarität findet Stadt.
