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Akaziengarten: Fortgesetzte Hinhaltetaktik des LBIH nicht akzeptabel – Zusammen in der Postsiedlung beendet Bewässerung im historischen Akaziengarten

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Der im Quartier Darmstadt-West und Alt-Bessungen tätige Nachbarschaftsverein Zusammen in der Postsiedlung e.V. beendet seine Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) mit sofortiger Wirkung. Grund hierfür ist die dauerhafte Unzuverlässigkeit des LBIH gegenüber getroffenen Vereinbarungen und eine als ignorant zu wertende Haltung gegenüber dem am Gemeinwohl  – den Erhalt des historischen Akaziengartens – engagierten Bürgerinnen und Bürgern, (nicht nur) in unserem Verein.

Zusammen in der Postsiedlung e.V. engagiert sich seit Beginn der 20er Jahre für den Erhalt des historischen Parks und hat u.a. im Jahr 2023 gemeinsam mit anderen Akteuren eine umfangreiche Neubepflanzungsaktion von über 160 Bäumen im Park durchsetzen können. Die Hessenschau berichtete u.a. 2023 in einem Fernsehbeitrag ausführlich hierüber: 

Seit dieser Zeit kümmert sich der Verein in der warmen Jahreszeit von April – September mitunter alle drei Tage um die Wässerung dieser Bäume, die auf fünf Pflanzflächen im mehrere tausend Quadratmeter großen Park verteilt sind. Da der Park über keine Hydranten oder sonstige Bewässerungssysteme verfügt, muss für jede einzelne Wässerung in stundenlanger Arbeit jeweils ein Schlauchsystem im Park ausgebracht werden, damit alle Bäumchen erreicht werden. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wegen Wassermangels im Jahr 2023, verliefen die Bewässerungsaktionen 2024 und 2025 sehr zufriedenstellend.

Was die Öffentlichkeit bisher kaum mitbekommen hat, ist das verwaltungsbürokratische Agieren des LBIH gegenüber uns: Von Beginn der Bewässerungsaktionen an gab es keinen Zeitpunkt, an dem wir den Eindruck gewonnen haben, dass die Verwaltungsebene des LBIH uns engagierten NachbarInnen die Ausführung der ehrenamtlichen Arbeit wirklich leicht machen wollte. Im letzten Jahr führte dieses Verhalten zu einem Eklat, über den Frankfurter Rundschau und Darmstädter Echo am 13. und 14. Mai 2025 berichteten. Wir waren im Anschluss positiv gestimmt, weil in einem Gespräch im Sommer 2025 vereinbart wurde, dass die Regularien für die Bewässerung auch im Jahr 2026 und 2027 Bestand haben würden.

Wir schreiben Februar 2026: Da wir die langen Bearbeitungszeiten kennen, schreiben wir noch im Winter die erste E-Mail zur Fortsetzung der Bewässerung 2026, wie immer direkt an die zuständige Sachbearbeiterin und ihre Vorgesetzte. Vier Wochen vergehen ohne Antwort. Im März 2026 schreiben wir diese erneut an und bitten – wie die Jahre zuvor – um das Anstoßen des formalen Prozesses der Genehmigung, Übersendung der Antragsformulare. Weitere vier Wochen vergehen ohne Antwort. Mittlerweile ist es schon April. Wir schreiben eine erneute E-Mail, diesmal im CC auch an weitere Adressaten im Landesrechnungshof, deren Hauptsitz sich im historischen Park befindet. Wir erhalten binnen 24 Stunden eine Antwort des LBIH, man würde sich um die Angelegenheit kümmern, man komme mit den Unterlagen auf uns zu.

Weitere Wochen vergehen, wir erhalten trotz Ankündigung weiterhin keine Antwort, keine Unterlagen.

Da wir einen trockenen April haben, wäre es eigentlich schon längst angezeigt mit den Bewässerungsarbeiten zu beginnen.

Sollen wir also in eine vierte und fünfte Runde gehen? Wie schon die Jahre zuvor ehrenamtlich Zeit und Energie in „Bitte, bitte, bitte“ – Mails und Telefonate investieren, um die Verwaltungsbürokratie des LBIH dazu zu bewegen ihren Job zu machen? Obwohl doch alles besprochen ist?

Aller guten Dinge sind drei, auch mit Hinblick auf die Ereignisse der Jahre 2024, 2025 und 2026. Auch da wurden wir monatelang hingehalten, wurden in die Bittsteller-Rolle gedrängt. Auch für die Erstattung unserer Kosten mussten wir plötzlich wegen einer einzigen (!) Rechnung die spezifischen landeseigenen Anforderungen der elektronischen Rechnungsstellung erfüllen, anstatt hier eine pragmatische Lösung zu finden.

Es ist kein Zufall, dass man denkt mit uns als engagierte Nachbarinnen und Nachbarn des Parks auf diese Art und Weise umgehen zu können. Dahinter steckt ein systemisches Problem. Das Problem, dass sich Verwaltung in einigen Bereichen von dem entkoppelt hat, was eigentlich ihr Kernauftrag ist: Das Gemeinwohl für die hier lebenden Menschen im Auge zu behalten. Selten ist Gemeinwohl so offensichtlich und greifbar, wie in dem Einsatz für den Erhalt einer historischen Parkanlage mitten in der Stadt, die von tausenden Menschen gerne genutzt wird.

Bringen wir es auf den Punkt: Das LBIH sucht in seiner ihm eigenen Interpretation von Bürgerdialog den Bürger als „buckligen Diener“. Den haben wir von „Zusammen in der Postsiedlung e.V.“ aber nicht im Angebot. Wir haben nur mündige Bürger zu bieten, die sich nicht fortgesetzt und über Jahre im Nasenring durch die Manege ziehen lassen.

Daher endet unser Engagement für die Bewässerung der Bäume im Park an dieser Stelle.

Bei der nächsten politischen Sonntagsrede der Landesregierung zur Wichtigkeit von ehrenamtlichen Engagement pflanzen wir vielleicht eine Gedächtnis-Eiche im Park 🙂

Der Akaziengarten gehört endlich in in fachlich versierte Hände! Der LBIH kümmert sich im Tätigkeitsschwerpunkt um den baulichen Erhalt von Gefängnissen, Polizeipräsidien oder Ritterburgen – hat aber keine Kompetenz für historische Parkanlagen!

Die Postsiedlung – Solidarität findet Stadt.