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Quartier: Grünanlage und Gedenktafel für rassistisches Mordopfer Ali Bayram eröffnet

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Zum Gedenken an den vor 32 Jahren aus rassistischen Motiven ermordeten Familienvater hat die Wisssenschaftsstadt Darmstadt am Mittwoch die Ali-Bayram-Anlage an der Ecke Heimstättenweg/Klausenburger Straße eröffnet. Mit der Benennung wolle man ein Zeichen gegen Rassismus, Gewalt und Ausgrenzung setzen. Man dürfe diesen Mord nicht isoliert betrachten, sagte Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD). Er reihe sich ein in eine Kontinuität rassistischer Gewalt, die von Rostock-Lichtenhagen und Mölln bis hin nach Hanau reiche. „Indem wir diese Anlage nach Ali Bayram benennen, korrigieren wir das Vergessen der vergangenen Jahrzehnte und geben der Geschichte unserer Stadt ein ehrlicheres Gesicht.“

Während die Tat über Jahrzehnte in der Öffentlichkeit oft nur als Nachbarschaftsstreitigkeit wahrgenommen wurde, betont die Stadt heute den rassistischen Kern des Verbrechens. Ordnungsdezernent Paul Georg Wandrey (CDU) spricht von einem „Fehler der Justiz“, den man nicht mehr ausgleichen könne. Im Beisein der Familie Bayram sowie der türkischen Generalkonsulin, Nagihan İlknur Akdevelioğlu, übergaben OB Benz und Stadtrat Wandrey die Anlage ihrer Bestimmung und folgten damit einem Stadtverordnetenbeschluss von 2023.

Filiz Bayram, heute Rechtsanwältin, schildert, dass der Prozess von einem „unheimlich freundlichen und verständnisvollen Umgang mit dem Täter geprägt gewesen“ sei. Als Motiv gab dieser laut Stadt an, er habe sich durch den Lärm der türkischen Nachbarn belästigt gefühlt. Die Ehefrau des Getöteten berichtete, der Schütze habe schon Monate vor der Tat rassistische Drohungen ausgesprochen. Das Gericht verurteilte ihn im Februar 1995 wegen Totschlags zu neun Jahren Haft, verneinte aber sowohl eine rassistische Motivation als auch Planung der Tat.

Künftig soll am 18. Februar in der Anlage allen Opfern von rechter Gewalt, Hass und Hetze mit einer Kranzniederlegung gedacht werden. „Der Hass von 1994 ist derselbe wie der von 2020“, sagte Benz mit Verweis auf den Jahrestag des Anschlags von Hanau am 19. Februar, bei dem neun Menschen aus rassistischem Hass ermordet wurden.

Hintergrund: Der Mord an Ali Bayram am 18. Februar 1994

Der fünffache Familienvater Ali Bayram wird am Abend des 18. Februar 1994 vor den Augen seiner damals zwölfjährigen Tochter von einem 29-jährigen Nachbarn in der Tür seiner Wohnung im Schiebelhuthweg erschossen. Das Mädchen wird mit einem Schuss aus der 9-Millimeter-Pistole am Oberarm verletzt. Als Motiv gibt der Täter an, er habe sich durch den Lärm der über ihm wohnenden türkischen Nachbarn belästigt gefühlt. Im Prozess berichtete die Ehefrau des Getöteten, der Mann habe schon Monate vor der Tat rassistische Drohungen ausgesprochen. Das Landgericht Darmstadt verurteilte den Täter im Februar 1995 wegen Totschlags zu neun Jahren Haft, verneinte aber sowohl eine rassistische Motivation als auch eine Planung für die tödlichen Schüsse.

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