von Jan Becker: Bereits jedes Kind weiß: Im Herbst sammelt das Eichhörnchen Nüsse, Tannenzapfen und Co. und versteckt sie als Nahrungsvorrat für den Winter.
Doch was frisst ein Eichhörnchen eigentlich, wenn es ab dem Frühjahr keine Nüsse und Zapfen mehr gibt?
Die spannende Antwort ist, dass das Eichhörnchen über den Winter sozusagen nur notgedrungen ein „Teilzeit“-Vegetarier ist. Denn eigentlich sind Eichhörnchen Allesfresser.
Die Ernährung des Eichhörnchens ist zwar auch über den Rest des Jahres größtenteils pflanzlich. In erster Linie werden dann Beeren und sonstiges Obst verzehrt. Aber auch Knospen, Rinde, Baumsaft, Blüten, Flechten, Körner und Pilze gehören zur nicht tierischen Ernährung.
Allerdings frisst das Eichhörnchen auch wirbellose Tiere wie Würmer, Insekten(-larven) und Schnecken. Es werden aber auch, und hier müssen wir leider endgültig mit dem Image des lieben, süßen und putzigen kleinen Nussknackers aufräumen, Vogelnester ausgeräumt, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. Denn wer hervorragend Nüsse knacken kann, bekommt auch sehr gut Vogeleier geöffnet. Aber auch frisch geschlüpfte Jungvögel werden unter Umständen erbeutet und gefressen.
Als Säugetier wird der Eichhörnchennachwuchs lebend geboren und acht bis zehn Wochen durch die Mutter im sogenannten Kobel gesäugt. Danach geht der Nachwuchs alleine auf Nahrungssuche, bleibt aber noch einige Zeit in der Nähe der Mutter.
Trotz der mütterlichen Fürsorge, gerade in der ersten Zeit, überleben aber ca. 80 % des Nachwuchses das erste Lebensjahr nicht.
Denn das Eichhörnchen hat einige Fressfeinde. In erster Linie fallen Eichhörnchen dem Baummarder zum Opfer, der ein fast ebenso geschickter Kletterer ist, wie das Eichhörnchen selbst. Aber auch Greifvögel und in Menschennähe insbesondere Hauskatzen zählen zu den Fressfeinden des Eichhörnchens.
Evolutionär hat sich das Eichhörnchen ideal an seinen Lebensraum im Wald, oder zumindest in den Baumkronen angepasst. So haben Eichhörnchen an den Vorderpfoten vier lange, sehr bewegliche, mit langen gebogenen Krallen ausgestattete Finger, mit denen sich zum einen hervorragend klettern lässt und zum anderen die Nahrung hervorragend in der bekannten Eichhörnchenmanier festgehalten werden kann, um sie mit den langen und scharfen Nagezähnen auf- oder abzunagen. Der ebenfalls charakteristische lange und buschige Schwanz dient dem Eichhörnchen darüber hinaus als ideales Steuerruder beim präzisen Sprung von Baumkrone zu Baumkrone.
Nächstes Mal stellen wir euch dann das Tier des Monats November vor.
Die Postsiedlung – Biodiversität findet Stadt.
