Im Frühjahr 2026 sind Kommunalwahlen in Hessen. Alle Parteien bereiten in diesen Wochen ihre programmatischen Zielsetzungen vor. Da war es in den letzten Wochen für uns der richtige Zeitpunkt zu fragen: Welche Dinge im Quartier sind prima, mittelprächtig oder laufen überhaupt nicht gut? Was kann man im Quartier besser machen? Woran mangelt es? Gesucht waren Eure Fragen und Antworten für das Quartier.
Gefragt haben wir über diesen Blog, über das Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de, über unseren großen Mailverteiler, an unserem SeniorInnen-Mittagstisch, dem Freitagscafe, am Kiosk 1975 und unserem Umsonstladen. Dabei sind erstaunlich viele Antworten und auch Impulse herausgekommen, welche wir in einer kleiner Serie auf diesem Blog vorstellen möchten.
Zur Erinnerung: Es geht um unser Quartier, den vier offiziellen statistischen Bezirken „Darmstadt-West“ mit „Am Südbahnhof / Postsiedlung“, „Heimstättensiedlung“, „Verlegerviertel“, „Industriegebiet West / Am Kavalleriesand“ und „Alt-Bessungen“ mit insgesamt rund 26.000 EinwohnerInnen.
Im heutigen fünften Teil geht es um Wünsche und Visionen. Hier sind die Signale von Bürgerinnen und Bürgern aus Darmstadt-West und Alt-Bessungen…
In einem kommenden Teil widmen wir uns dann den Reaktionen der Parteien auf unsere kleine Serie.
Ein Wasserspielplatz für Darmstadt-West?


Heißer werdende Sommer erfordern Orte, an denen man es auch bei Temperaturen weit über 30 Grad noch aushalten kann. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat mit ihrem Hitzeschutz-Aktionsplan erst in diesem Jahr auf notwendige Maßnahmen hingewiesen und mit einer Liste von „Kühlen Orten“ einen Anfang gemacht. Ein guter Ort bei großer Hitze, gerade wenn man Kinder hat, sind die Wasserspielplätze der Stadt. Schaut man aber auf die Stadtkarte, fällt recht schnell auf, dass in unseren Bezirken „Darmstadt-West“ mit „Am Südbahnhof / Postsiedlung“, „Heimstättensiedlung“, „Verlegerviertel“, „Industriegebiet West / Am Kavalleriesand“ kein Wasserspielplatz existiert. Warum eigentlich?
Daraus enstand die Vision, dass auch im Darmstädter Westen ein Wasserspielplatz ein für Familien attraktiver Ort sein könnte. Als möglicher Ort würde sich beispielsweise der städtische Spielplatz Klausenburger Straße / Am Burgwald anbieten. Es gibt aber auch andere mögliche Spielplätze in der Heimstättensiedlung. Wer packt es an, wer erstellt eine Skizze?
Die faire Aufteilung von Ressourcen in den städtischen Quartieren ist ein wichtiges Anliegen. Gerade auch wegen den nicht wenigen Stimmen in unseren Gesprächen, die sich aufgrund der enormen infrastrukturellen und sozialpolitischen Investitionen in den neuen Baugebieten der Stadt (Lincoln / Ludwigshöhviertel) fragen, ob hier möglicherweise Standards geschaffen werden, von denen die „Altquartiere“ nur träumen können? Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Wir können dies an dieser Stelle nicht seriös beurteilen, finden die Fragestellung für eine tiefergehende Analyse aber interessant.
Ein Markttag am Straubplatz?


Uns erreichte die Idee, dass es doch eine gute Sache sein könnte, wenn es am Straubplatz einen Markttag geben könnte. Mit vielen unterschiedlichen Ständen und leckeren Dingen. In der Vergangenheit hatte es das schon einmal an der Heilig-Kreuz Kirche im kleinen Maßstab gegeben, wurde dann aber nicht fortgeführt. Ist das eine Idee, die großes Interesse hervorruft?
Kritische Stimmen sagen, dass aufgrund der sehr guten Versorgungssituation im Darmstädter Westen, zu dem u.a. auch Edeka Patschull mit einem breiten Spezialitäten-Angebot zählt, die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines solchen Marktes wahrscheinlich eher schwierig wäre. Sich für einen Markttag im Darmstädter Westen zu engagieren, finden wir aber zweifellos eine gute Idee! Die Praxis wird zeigen, ob sich Beschickerinnen und Beschicker finden, die mit ihren Ständen einen Grundstein hierfür legen möchten.
Günstige Räume für Veranstaltungen und Treffen im Quartier?

Uns erreichen immer wieder Anfragen von Menschen, die für ihrem Verein, ihre Partei oder losen Interessenszusammenschluss einen Raum für ein Treffen suchen. In Darmstadt-West sind solche Räume selten. Durch den starken Rückgang von Gastronomie sind leider auch die früher häufigen „Nebenzimmer“ von Gaststätten weggefallen oder mitttlerweile mit einem Zwang eines jeden Teilnehmers zu „Essen & Trinken“ belegt. Das kann sich nicht jeder leisten. Ebenso verhält es sich mit den Raummieten in städtischen Immobilien, welche mittlerweile eine Preisklasse erreicht haben, die nicht mehr jeder stemmen kann. Zudem ist die Buchung aufwendig.
In unserer Befragung kam die Frage auf, ob es möglich sein könnte, kleine Raumeinheiten von den vorhandenen Schulgebäuden so abzugrenzen, dass diese für eine solche Nutzung möglich wären? So besitzt die Wilhelm-Leuschner-Schule im hinteren Bereich beispielsweise kleine Pavillions, die einzeln zu betreten wären. Oder man könnte die beiden neuen Mensa-Gebäude an der Heinrich-Heine-Schule und Wilhelm-Leuschner-Schule so konzipieren, dass kleine Veranstaltungen mit wenig Kosten möglich wären: Ausschließlich von Bewohnern aus Darmstadt-West und Alt-Bessungen, damit es nachbarschaftlich und überschaubar bleibt.
Unser Verein Zusammen in der Postsiedlung e.V. könnte sich vorstellen, hierfür als niedrigschwellige und unkomplizierte Anlaufstelle direkt vor Ort bereitzustehen.
Vorhandene Ressourcen des Staates besser nutzen: Könnte das in der allgegenwärtigen Diskussion um Einsparungen nicht ein positiver Aspekt sein?
Wir finden, es wäre ein ernsthafte und unbürokratische Diskussion wert.
Nun sind wir gespannt auf die Reaktionen der Parteien. Wir werden die fünf Teile dieser kleinen Serie mit der Bitte um Stellungnahme an folgende Parteien übersenden: CDU, SPD, Grüne, Linke, VOLT, FDP, Uffbasse, Freie Wähler, UWIGA und WGD.
Die Postsiedlung – Solidarität findet Stadt.
