von Jan Becker: Der neue Kalender beginnt im Januar gleich mit einem Tier, dass man aufgrund fehlender Wasserflächen im Biotop nicht unbedingt erwarten würde: einer Libelle.
Und dennoch konnten wir im Biotop bereits 13 verschiedene Libellenarten beobachten. Besonders häufig tritt dabei ab Mitte August die Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum) im Biotop auf. Doch warum ist das so?
Zum einen ist die Große Heidelibelle eine der häufigsten Libellenarten in Deutschland mit einem sehr großen Verbreitungsgebiet, die verhältnismäßig geringe Anforderungen an die besiedelten Habitate stellt. So reichen ihr zur Entwicklung zum Beispiel bereits flache, warme Weiher, Pioniergewässer, oder vielfach auch Gartenteiche.
Zum anderen bleibt die Große Heidelibelle nach dem Schlüpfen nicht in Gewässernähe, sondern entfernt sich erst einmal zwischen 30 und 200 Metern vom Gewässer, um nicht leichte Beute der Vögel zu werden, die die Gewässerränder regelmäßig durchsuchen. Für den weiteren Reifeprozess entfernen sich die Tiere der Art zum Teil aber auch mehrere Kilometer vom Schlupfgewässer, wobei sie vornehmlich Wiesen, Waldlichtungen, Wege und Gärten aufsuchen. Erst zur Paarung und Eiablage suchen die ausgereiften Libellen wieder die Gewässer auf.
Aufgrund dieses Verhaltens ist die Große Heidelibelle ein regelmäßiger und zum Teil auch häufiger Gast in unserem Biotop.
Nächstes Mal stellen wir euch dann das Tier des Monats Februar vor.
Die Postsiedlung – Biodiversität findet Stadt.
